100 Jahre OGV

Vereinsjubiläum 2006
Rohrbacher Gartler feiern 100. Geburtstag
Festabend in schönem Rahmen
Obst- und Gartenbauverein feiert Jubiläum und erntet viel Lob

Rohrbach(paf) „Hundert Jahre sind etwas ganz Besonderes“. Dieser Satz war immer wieder zu hören, als der Obst- und Gartenbauverein sein Jubiläum feierte.
Großartige Musiker, ein üppiges Drei-Gänge-Menü, stimmungsvolle Reden und eine erfrischende Moderation. Ein Festabend kann kaum noch mehr bieten. Rohrbachs Gartler haben sich für ihre gut 100 Gäste aus Nah und Fern so einiges einfallen lassen. Feine, klassische Klänge des Johann-Strauß-Ensembles bildeten zu Beginn einen großen Klangteppich im sich langsam füllenden Wirtssaal. Etliche Ehrengäste erschienen, aber auch zahlreiche Mitglieder und Interessenten, die den feierlichen Abend einfach nur genießen wollten.
Die Moderation der Veranstaltung übernahm Willi Stallmeister  – und der gestaltete den Festakt übersichtlich und kurzweilig, witzig und feierlich. Verse und Gedichte, Geschichten und Scherze trug er vor, die zu Musik und Reden immer wieder gelungene Kontrapunkte setzten.
Die Begrüßung war natürlich dem aktuellen Vereinsvorstand Rudi Kellermann vorbehalten, der eine lange Liste von Ehrengästen willkommen heißen durfte; darunter eine Abordnung der befreundeten Gartler aus Gerolsbach samt ihrer amtierenden Blütenprinzessin Nicole Fuß. Von noch weiter her kamen die Mitglieder vom partnerschaftlich verbundenen Obst- und Weinbauverein aus Rohrbach im Burgenland, für die Hans Weiß als Gratulant auftrat. „Ich möchte unsere gute Freundschaft noch weiter vertiefen“, versprach er, die Partnerschaft künftig noch engagierter vorantreiben. Die Gans als Wappentier der Burgenländer war dann auch der Mittelpunkt seines Mitbringsels. Er hatte einen kleinen Gänsestall im Gepäck, natürlich keine lebenden Gänse, von denen jedes Mitglied eine erhielt.
Kein Festabend kommt ohne Reden aus. Dass sie kurz und prägnant waren, ist aber sicher auch ein Verdienst der Gartler. Als Schirmherr trat zunächst Bürgermeister Dieter Huber ans Pult. „Der Verein ist aus dem gesellschaftlichen Leben in Rohrbach nicht wegzudenken“, machte er seine Wichtigkeit gleich zu Beginn klar. Zahlreiche Veranstaltungen, gärtnerische Beratung, ein riesiger Gerätepark, die Gestaltung der Grünanlage in den Kindergärten führte er als Beleg dafür an. „Den Verantwortlichen, den Helfern sei Dank“, sagte Huber und übergab Rudi Kellermann einen Riesenmaßkrug als Geschenk.
Die Gratulationen vom Bezirksverband Oberbayern überbrachte Thomas Janscheck, der vom „Pflanzen säen für die Zukunft, damit ein Baum daraus wird“ sprach und vor allem die Aktivitäten für die Jugend heraushob. Seinen Glückwünschen schloss sich Bernhard Engelhard vom Kreisverband an, der das Leben in ländlichen Regionen als „elitären Vorteil“ gegenüber den Bewohnern von Ballungsgebieten herausstellte. Einsatz und Engagement der Rohrbacher Gartler rühmte schließlich der Pfaffenhofener Kreisfachberater Josef Stadler, der die tolle Gemeinschaft im Verein lobte und seinem „Dank für dieses großartige Fest“ Ausdruck verlieh.
Der offizielle Teil ging damit zu Ende. Ab sofort durfte gefeiert werden. So trat neben Stallmeister auch immer wieder der Sänger Richard Wiedel ans Mikrofon, der  – gemeinsam mit dem Johann-Strauß-Ensemble – etliche Stücke aus dem Operetten- und Musicalbereich vortrug und dafür donnernden Applaus erntete. 

PAF-Kurier 26.09.2006, Seite 39   Fotos

lineani arrow_up

Erst sechs Vorsitzende

Rohrbach(pat) Einen Überblick über die Vereinsgeschichte gab beim Festabend zum 100-jährigen Bestehen des Obst- und Gartenbauvereins Rohrbach Ortschronist Hermann Schwarzmeier. Er orientierte sich dabei vor allem an den handelnden Personen.
Ausgiebig widmete er sich dem Oberlehrer und Gründer Hans Schlegel und dessen Nachfolger Franz Schönauer. Die beiden herausragenden Charaktere gaben dem Verein ein halbes Jahrhundert lang ein Gesicht.
Lediglich vier weitere Vorsitzende erlebte der Verein bis heute: Rohrbachs Gartler sind einfach ein Musterbeispiel für Konstanz und Kontinuität. Gute Organisation, Aktionen, Tipps und Hilfe stellte Schwarzmeier heraus. „Es ist einfach ein Verein, den man nicht hoch genug wertschätzen kann“.
PAF-Kurier 26.09.2006, Seite 39

lineani arrow_up

Rohrbach (pat) Sein hundertjähriges Bestehen feiert heuer der Obst- und Gartenbauverein Rohrbach in einem großen Festakt, der sich über das gesamte Jahr hinzieht, oder wird er vielleicht doch schon 102 Jahre alt? Bei den Recherchen zur Chronik, beim Durchforsten der Amtsblätter aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg fanden sich gewisse Widersprüche. Die erste Erwähnung des örtlichen Obstbau- und Bienenzuchtvereins lässt sich sogar ins Jahr 1904 zurückverfolgen. Trotzdem stört das den aktuellen Vorstand nicht. „Auf der Standarte und in unseren Köpfen steht 1906“, so die Vorstandschaft.
Die Historie des Vereins lässt sich am besten anhand seiner Köpfe zurückverfolgen. Oberlehrer Hans Schlegl übernahm im Juli 1903 den Schuldienst in Rohrbach. Der spätere Ehrenbürger erwies sich in vielerlei Hinsicht als äußerst verdienstvoll für die Gemeinde. Dem Obstbau- und Bienenzuchtverein stand er 14 Jahre lang vor.
So ist es zumindest überliefert, und zwar aus dem Jahr 1920. Zurückgerechnet ergibt sich daraus das Gründungsjahr 1906. Ein Vierteljahrhundert später (1931) ist in den Quellen zudem von einem Jubiläumsgarten die Rede. „Das spielt wohl auf das 25-Jährige an und darum halten wir auch am Jahr 1906 fest“, erklärt Taubald.

Die Gartler waren von Anfang an ein Verein mit hoher Kontinuität. Nur sieben Vorsitzende leiteten sie bis heute. Sie alle erwarben sich große Verdienste um die Gartenkultur. Von den Anfängen bis heute hat sich an der Vereinsphilosophie einiges geändert. „Anfangs stand die Versorgung mit Lebensmitteln im Vordergrund“, berichtet der Autor. Dabei blieb es bis nach dem zweiten Weltkrieg.
Erst ab den 70er Jahren stand die Gartenkultur und Pflanzenpflege zunehmend im Vordergrund. Unter dem 33 Jahre währenden Vorsitz von Franz Schönauer (1920 bis 1953) wurden beide Aspekte geschickt vereint. Es ging um den Anbau von Nahrungsmitteln, aber der (im übrigen einzige) Bezirksobergärtner von Oberbayern brachte auch seltene und ausgesuchte Edelreiser in die Gemeinde.
Bis ins Jahr 1964 führte Josef Medele den Verein, der erst 1934 seinen heutigen Namen erhielt (Trennung vom Bienenzuchtverein), anschließend durch schwierige Zeiten. Ein nächster, großer Aufschwung folgte unter Pius Kellermann, der die Ära bis ins Jahr 1980 prägte. Neue Impulse, vor allem interne Veränderungen, regte er an. Die Mitgliederzahl schnellte von gerade einmal 60 auf sagenhafte 173 empor. Pius Kellermann gilt daher bis heute als einer der aktivsten Männer in der Geschichte der Rohrbacher Gartler.
Im Amt folgte ihm Hans Jähnke, der nicht minder tatkräftig für den Verein eintrat. Unter seinem Vorsitz wurde zum 75-jährigen Vereinsjubiläum das Vereinswappen (1981) kreiert und 1986 zum 80-jährigen die Standarte gewebt. Auf die stolze Zahl 372 wuchsen die Mitglieder an, als Alex Maier ab dem Jahr 1989 die Vereinsgeschicke übergangsweise lenkte. Stück für Stück wurden der Gerätepark erweitert und ein Nachfolger gesucht. An Rudi Kellermann übergab Maier den Vorsitz schließlich 1997. Bis heute übt er sein Amt mit großem Engagement aus.
In den letzten Jahren wurde der Verein auf die Höhe der Zeit geführt. Heute zählt er 311 Mitglieder, die sich auf einer eigenen Homepage www.ogv-rohrbach.de präsentiert sehen, seit sieben Jahren als eingetragener Verein mit einer neuen Satzung ausgestattet sind und sich 2003 sogar als Patenverein für Gerolsbach zur Verfügung stellten. Die Pflanzung der Obstbaumallee zwischen Rohrbach und Fürholzen gilt als letzte Errungenschaft des Vereins, der in letzter Zeit sein Angebot Stück für Stück erweiterte und sich zuletzt voll und ganz auf die Planung seiner Jubiläumsfeier konzentrierte.

img_0028_k
Die aktuelle Vorstandschaft des Rohrbacher Obst- und Gartenbauvereins (v.l.): Fritz Taubald, Siegfried Schwarzmeier, Marion Fesl, Andreas Dembowski, Wendelin Schrott, Hans Peter Homann. Josef Ehrl, Konrad Stopfer, Anton Merkl, Rudi Kellermann.
Nicht auf dem Bild: Stefan Andt, Hartwig Spitzfaden, Karl-Heinz Götz.    Foto: Homann

lineani arrow_up

Jede Menge Aktivitäten im Jubiläumsjahr des Gartenbauvereins

Rohrbach (pat) Jede Menge Aktivität zeichnet den Rohrbacher Obst- und Gartenbauverein von jeher aus. Sein Programm im Jubiläumsjahr nimmt sich da natürlich besonders umfangreich aus.
Eigentlich ist für Jung und Alt so gut wie immer etwas geboten. Und die Einweihung des Gedenkkreuzes (die Heimatzeitung berichtete) war außerdem schon der erste Teil des großen Festaktes, im Herbst folgt der zweite: Mitgliederehrungen am 16. September samt Fotoausstellung im Rathaus, ein Festabend beim Alten Wirt eine Woche später. Selbst an Rohrbachs jüngste Bewohner denken die Gartler. Im Rahmen des Ferienpasses hängen sie Nistkästen auf, unternehmen Kräuterwanderungen oder gehen auf große Fahrt. Trotzdem kommt – trotz aller Anstrengungen – einfach keine Jugendgruppe zustande. Die jüngsten Mitglieder haben ihre 30 Lenze längst hinter sich, das Durchschnittsalter im Verein beträgt 63 Jahre.
Entsprechend hat der Gartenbauverein sein Angebot darauf abgestimmt. Mit Fachvorträgen, die nicht immer etwas mit dem Garten zu tun haben, beginnt das Jahr. Frühjahrsversammlung, Schnittkurs im Frühjahr, Radtour, Grillfest im Herbst, Ausflüge und weitere Vorträge bestimmen die weiteren Monate.
Ausschließlich über Beiträge finanziert sich der Verein, vier Euro bleiben jährlich pro Mitglied in der eigenen Kasse. Dafür wird allerdings einiges geboten. Alle Gartler können die nützlichen Geräte weitgehend kostenfrei ausleihen.

Wer sich genauer über den Verein und seine Geschichte informieren möchte, kann dies über die Jubiläumschronik (Festschrift) am einfachsten erreichen. Sie ist für lediglich zwei Euro bei Schreibwaren Huber oder bei allen Vorstandsmitgliedern erhältlich.
Siehe auch Jahresprogramm zum Jubiläumsjahr.