Aktuelles 2010

Aktuelles vom Verein 2010

Vortrag von Dr. WilsonMut zur Mathematik“

Raymond Wilson erzählt, wie er Wissenschaftler wurde

Der vielfache ausgezeichnete Astrophysiker Dr. Raymond Wilson, gebürtiger Engländer und Wahl-Rohrbacher, erzählte jetzt bei einem Vortrag beim Obst- und Gartenbauverein Rohrbach, wie er trotz anfangs schlechter Leistungen in Mathematik Karriere als Wissenschaftler machte.
Wenn heute aktuelle Bilder von fernen Galaxien veröffentlich werden, stammen viele von den Teleskopen der ESO (Europäische Südsternwarte) aus der Atacama Wüste in Chile. Dass diese Teleskope immer größer gebaut werden konnten bei schärferen Bildern, basiert auf der Entwicklung der „Aktiven Optik“. Für die Erfindung dieser Schlüsseltechnologie wurde jüngst der in Rohrbach lebende Astrophysiker Raymond Wilson ausgezeichnet – mit dem renommierten Kavli-Preis, der den Nobelpreis in drei weiteren Sparten ergänzen will (PK berichtete). Drei Tage später wurde Wilson zudem in Lissabon mit dem Tycho-Brahe-Preis der European Astronomical Society (EAS) ausgezeichnet.
Ray Wilson war jetzt beim Rohrbacher Obst- und Gartenbauverein zu Gast, um als „Zuagroaster“ aus England über sein bewegtes Leben zu berichten. Rudi Kellermann, Vorsitzender des Vereins, freute sich, dazu zahlreiche Gäste, darunter auch den Rohrbacher Ortschronisten Hermann Schwarzmeier, begrüßen zu können. Raymond Wilson stellte eingangs fest, dass er seinen wissenschaftlichen Erfolg vor allem der altdeutschen Tugend Fleiß zu verdanken habe. Talent und Begabung seien sekundär gewesen.

Fleiß als Tugend
Er selbst sei, was Mathematik und Rechnen betraf, im Alter von neun bis elf Jahren sogar der schlechteste in seiner Klasse gewesen. Am 23. März 1928 in Birmingham als jüngstes von vier Kindern geboren, erhielt er viele Impulse durch seine Mutter- eine sehr gebildete Frau, so Wilson, die wegen einer schweren Arthritis bereits in jungen Jahren körperlich behindert gewesen sei. Wilsons Vater war als Architekt selbstständig tätig, ein „guter Geschäftsmann“ und sehr ehrlicher Mensch, wie Wilson ihn beschrieb.
Wegen seiner schlechten Leistungen in Mathe sei der Zugang zum Gymnasium dann fast ein Wunder gewesen. Allerdings wurde gerade in dieser Zeit das Gymnasium verstaatlicht, so dass der Vater kein Schulgeld mehr zahlen musste.
1943 legte er mit 15 Jahren sein Examen ab, Mathematik, sagte Ray Wilson schmunzelnd, sei ein Desaster gewesen. Viel besser habe er im Fach Englisch abgeschnitten. Weil seine Mutter jedoch feststellte, dass der Sohn Interesse an der Astronomie hatte, begann Wilson das Studium für Physik an der Universität in Birmingham, das er 1946 mit dem Diplom in diesem Fach beendete. 1953 folgte der Doktortitel im Fach Optik. Von 1952 bis 1954 wurde Ray Wilson zur Royal Air Force eingezogen und arbeitete dort im Radar Bereich. „Ich habe aber meine Entwicklungen nie in militärische Arbeiten gesteckt, für kein Land der Welt.“
1958 erfolgte dann die Auswanderung nach Westdeutschland. Bei der Firma Karl Foitzik in Trier war er Leiter in der Produktion und Optikfertigung. Nach der Insolvenz der Firma fand er Arbeit bei der Firma Carl Zeiss in Oberkochen, zunächst nur im Fotolabor. 1960 nahm er deshalb das Angebot der Universität London an, um in der Optikkonstruktion zu arbeiten. „Aber“, so Ray Wilson, „wie das Leben eben spielt: 1963 traf ich eine fantastische gute Entscheidung. Ich ging wieder zurück nach Deutschland, wieder zur Firma Zeiss in Oberkochen, Baden-Württemberg.“
„Da die Familie aber in Straßburg lebte, pendelte ich zwischen diesen beiden Orten mit meinem Fiat 600 hin und her. Eines Tages kam ich mit 40 Grad Fieber schwer krank nach Hause, die Poliokrankheit war in mir ausgebrochen“, berichtete Ray Wilson weiter. „Es folgten zehn Monate Arbeitspause. Danach wieder bei Zeiss – reifte in mir die Erfindung der ‚aktiven Optik‘ für Teleskope.“
1972 wechselte Wilson zur ESO. Zuerst nach Genf, und ab 1980 nach Garching bei München, als Leiter der Teleskop-abteilung der ESO. Von 1984 bis 1993 begann die Entwicklung und der Bau des NTT Teleskops, bereits auf der Basis seiner von ihm erfundenen aktiven Optik, das mit dem nachfolgenden Modell VLT in der Atacama Wüste in Chile vollendet wurde.

Von Chile nach Rohrbach
Ein Jahr lebte Wilson in Chile. „Das Kommen nach Rohrbach“, so Ray Wilson weiter, „war für mich und meine Familie ein weiteres „Wunder“. Aber wir brauchten einen Ort, wo wir unsere Arbeitsstellen in Garching und München schnell erreichen konnten. Und so sind wir 1980 nach Rohrbach gezogen.“
Mittlerweile pensioniert, besteht seine Arbeit heute in der Überarbeitung seiner beiden Bücher „Reflecting Telescope Optics I and II“, die bereits in der zweiten Auflage erscheinen. Auch widmet er sich seinen Interessengebieten Geschichte, Theorie der Kosmologie und der mathematischen Gesetze des botanischen Wachstums (Fibonacci).
Über seine jüngsten Auszeichnungen sagte Raymond Wilson, dass er sich über alle freue, und auch sehr dankbar sei. Aber keine Auszeichnung schätze er mehr als die Rohrbacher Bürgermedaille, die ihm 2008 verliehen wurde. „Glauben Sie mir, diese Medaille bereitet mir die größte Freude, Danke an Rohrbach, Rohrbach ist toll“.

In seinem Schlusswort richtete Wilson noch einmal einen Appell an Eltern: „Wenn Sie ein Kind haben, das in Mathematik schlecht ist, dann bitte nicht gleich aufgeben. Sagen Sie ihrem Kind einfach, dass Sie einen Wissenschaftler kennen, der sich damit auch sehr schwer getan hat, und aus dem trotzdem etwas geworden ist.“   Fotos

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Bau eines „Insektenhotels“ im Rahmen des Ferienpasses 2010
Auch heuer trug der Obst- und Gartenbauverein Rohrbach wieder sein „Scherflein“ zum Gelingen des Rohrbacher Ferienpasses bei und wagte sich bei dieser Aktion auf Neuland. Der Bau eines Insektenhotels war angesagt und 20 Kinder haben sich daran tatkräftig beteiligt. Die Mitglieder der Vorstandschaft, Josef Ehrl, Hans-Peter Homann, Siegfried Schwarzmeier und Anton Merkl , haben einige Tage vorher schon die wichtigsten Vorarbeiten erledigt. Der Rohbau des Insektenhotels war somit bereits fertig und brauchte nur noch bestückt zu werden. Die „Zimmer“, in denen die Insekten überwintern, mussten sozusagen noch eingerichtet werden. Und da gab es noch eine Menge zu tun. Mit zugeschnittenen Holzrundlingen, Holzscheiten, in die Löcher in verschiedenen Größen gebohrt wurden, Stroh, Holzwolle und Ziegelsteinen, sowie Tannenzapfen und Hollunderstaudenstäben, haben die Kinder die einzelnen Fächer eingerichtet. Das Ganze geschah natürlich unter der Aufsicht der Erwachsenen, denn es sollte sich ja, gerade was das Bohren der Löcher betrifft, niemand verletzen. Nach getaner Arbeit gab es für alle eine deftige Brotzeit und Getränke. Ganz zum Schluss stellten sich die Kinder zu einem Erinnerungsfoto vor ihr Insektenhotel, auf das sie zurecht Stolz sein konnten. War doch eine rundum gelungene Sache daraus geworden, bei der auch die Vorstandsmitglieder sagen konnten, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Denn wie schon erwähnt hat man sich schließlich mit dieser Sache auf „Neuland“ gewagt.   Fotos

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Fahrt zur Landesgartenschau nach Rosenheim am 26.06.2010
Die Landesgartenschau in Rosenheim, sowie der Chiemsee, waren Ziel des Jahresausflugs, den der Obst- u. Gartenbauverein Rohrbach kürzlich durchführte. 41 Personen machten sich per Bus bei schönstem Sommerwetter auf die Reise. Nach einer kleinen Stärkung unterwegs erreichte man schließlich Rosenheim.  Dort angekommen hatte jeder die Zeit zur freien Verfügung auf der Gartenschau. Das Gelände ist ca.15 Hektar groß, und bezieht auch die Nähe des Inns sowie der Mang mit ein, die in Rosenheim in der Inn mündet. Auf 4 km Länge verbinden sich Flora, Fauna, Fluss, Kultur, sowie die malerische Altstadt Rosenheim zu einer wunderbaren Harmonie. Am frühen Nachmittag trennten sich die Rohrbacher „Gartler“, denn ein Teil von ihnen fuhr zum nahe gelegenen Chiemsee, wo die Möglichkeit einer Schiffsfahrt zur Herreninsel, mit Besichtigung von Schloss Herren-Chiemsee bestand. Am frühen Abend, als in Rosenheim wieder alle beieinander waren, konnte mit schönen Eindrücken von der Landesgartenschau, sowie vom Chiemsee, die Heimreise angetreten werden.  Fotos

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Frühjahrsversammlung am 16.04.2010
Erfreulicherweise konnten zahlreiche Besucher, darunter  Altbürgermeister H. Alois Abel mit Gattin sowie H. Peter Otto, Rektor der Rohrbacher Schule und 2. Bürgermeister begrüßt werden.
Beim 1. Tagesordnungspunkt hatten A. Dembowski und H.-P. Homann eine durchaus freudige und zugleich angenehme Aufgabe zu erfüllen: Die Ehrung von langjährigen Mitgliedern.
Anneliese Meir und Elisabeth Siebler konnten für 40 Jahre Mitgliedschaft mit der goldenen Nadel und Urkunde geehrt werden. ( E. Siebler war lange Jahre sehr aktiv in der Vorstandschaft tätig! )
Nicht weniger als elf weitere Mitglieder sollten mit Silber und Urkunde für 25 Jahre beim OGV dekoriert werden.  Leider konnte nicht jeder unserer Einladung folgen aber an dieser Stelle sollten alle namentlich genannt werden, auch diejenigen, die nicht auf unseren Fotos abgebildet sind. Fr. I. Dick, Fr. A. Büchler, Fr. Zirnbauer, H. J. Vachal, H. J. Mayr, H. Ch. Korzinek, H. J. Arndt, H. A. Kohlhuber, H. A. Moosmayr, H. P. Otto, H. J. Schrott.
Im Anschluss an diese freudige „ Amtshandlung“ gab H. Homann einige Informationen zum geplanten Ausflug am 26.06.2010 zur Gartenschau nach Rosenheim an die Gäste. Geplant ist der  Besuch der Landesgartenschau. Je nach Witterung und Interesse der Teilnehmer stehen ein Besuch auf Schloss Herrenchiemsee  und/oder der Sonderausstellung im sogenannten „ Lokschuppen“ zum Thema Gewürze auf dem Programm. Die traditionelle Brotzeit bei der Anfahrt wird auch heuer sicher nicht fehlen. Kosten dieser Tagesfahrt für Erwachsene € 30 und für Kinder € 17. ( Busfahrt und Eintritt zur Landesgartenschau ) Anmeldungen nehmen ab sofort Fam. Homann Ahorn Str. 19 und Fam. Kellermann, Fahlenbacher Str. 26 entgegen.   ( Bezahlung bei Anmeldung ! )
Ab jetzt konnte der Referent des Abends, Kreisvorsitzender H. B. Engelhard das Wort für sein überaus brisantes Thema übernehmen.

Pflanzenschutz im Hausgarten, ….spritzen, wenn ja dann richtig!

Engelhard sprach über die Notwendigkeit der verschiedenen Wirkstoffe, über deren Versuchsdauer, bis hin zur endgültigen Zulassung und wie wichtig es ist, den richtigen Zeitpunkt einer Spritzung festzulegen, um wirklich das gewünschte Ergebnis zu erzielen. So kann es vorkommen, dass der Hobbygartler mehrmals gegen den Apfelwickler spritzt, jedoch die aktive Zeit dieses Schädlings nie genau erkennt und somit ist sein Bemühen nutzlos.
Dass Pflanzenschutzmittel und Gerätschaften zu deren Ausbringung nur im Fachhandel  erworben werden, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Bei Dosierung und Anwendung  ist unbedingt der Beipackzettel zu beachten !!  Die oft verbreitete Meinung: „…viel, hilft viel“ ist nicht richtig und verfälscht sowohl die Wartezeit, als auch den kompletten Abbau in der Pflanze.
Entsprechender Schutz bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln sollte eine Kopfbedeckung, Handschuhe, entsprechende Kleidung und evtl. ein Mundschutz sein.
Interessant waren auch einige Parallelen  von Wirkstoffen in Spritzmitteln , die ebenso in Kosmetika, wie Lippenstiften, Haarfarben und Badezusätzen oder in Putz-und Spülmitteln enthalten sind.
„ Als Kosmetik hochgelobt, als Spritzmittel verteufelt“
Als Dank für seinen fachlichen Vortrag, erhält B. Engelhard Kräuter, Gewürze und andere Leckereien aus dem Bio-Anbau.
Weitere Infos zu diesem Thema gibt es auf folgenden Internetseiten:

http://www.Gartenakademie.rlp.de

http://www.Gartenbauvereine.de

Fotos

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Am 06.02.2010 führte der Obst- und Gartenbauverein seinen jährlichen Schnittkurs durch.
Trotz tristem und nasskalten Wetter fanden sich mehr als 20 Teilnehmer auf der Streuobstwiese an der St.-Kastulus-Straße ein. Zu Beginn erklärte Kursleiter Stefan Arndt die notwendigen Werkzeuge und wies auf den Vorteil von guten Baumscheren und Sägen hin. In der theoretischen Einführung erfuhren dann die Gartler auf was besonders bei den einzelnen Obstsorten zu achten ist.
Wichtig ist vor allem das ausgewogene Verhältnis zwischen Wurzelstock und Krone. Um Pilzkrankheiten zu vermeiden, sollte die Krone locker und luftdurchlässig aufgebaut sein. Dadurch bekommen auch die Früchte viel Sonne. Desweiteren braucht der Baum einen Gipfeltrieb und drei starke Leitäste. Nicht zu vergessen ist die sogenannte „Saftwaage“. Werden alle Schnittregeln eingehalten, kann sich der Besitzer über guten Ertrag und einen gesunden und langlebigen Baum freuen. Die Bäume auf der gemeindlichen Streuobstwiese erfuhren ihren ersten Schnitt.
Obwohl jeder Baum andere Probleme aufzeigte, konnte ein Großteil der jungen Bäume auf der Streuobstwiese fachmännisch geschnitten werden.
Um auch an alten Bäumen Erfahrung zu sammeln, ging es nun auf die Obstwiese von J. Schleghuber. Hier ging es hauptsächlich um den sogenannten Erhaltungsschnitt bei Obstbäumen, aber auch z.B. der Walnussbaum wurde angesprochen.
Nach mehreren Stunden bei Wind und Regen ging´s danach zum gemütlicheren Teil über. Im wohlig warmen Blockhaus von Joseph Schleghuber gab´s Kaffee und Kuchen. An dieser Stelle bedanken wir uns auch herzlich bei den Spendern. Noch lange wurden in gemütlicher Runde Fragen beantwortet und Erfahrungen ausgetauscht. Eine wirklich gelungene Aktion zu Beginn unseres Gartlerjahres.  Fotos