Neues vom Apfel

Neues vom Apfel

Wussten Sie, dass Rote gesünder sind als Grüne? Oder dass es mal 3000 Sorten gab? Spannende Fakten rund um unser Lieblingsobst:
Was macht den Apfel so gesund?
Sind rote gesünder als grüne?
Wie viele Sorten gibt es in Deutschland?
Seit wann essen wir eigentlich Äpfel?
Welche Nationen sind die größten Apfelanbieter?
Wie erkennt man gute Qualität?
Wie sollte man sie lagern?
Was können wir zum Erhalt der Apfel-Vielfalt tun?
Trendsorten

Er ist der König unter den Obstsorten. Saftig, knackig, prall. Kein Wunder, dass wir Deutsche ihn zu unserer Lieblingsfrucht gekürt haben. Über 40 Kilo verputzt jeder von uns pro Jahr! Seit August haben Äpfel wieder Hochsaison. Und wir verraten Ihnen, was Sie bestimmt noch nicht über Äpfel wussten.


Was macht Äpfel so gesund?

Ganz einfach: Er steckt voller Power-Stoffe. Insgesamt sind es über 300! Neben zellschützendem Carotin und Vitamin B (stärkt die Nerven) enthält er vor allem Vitamin C, das unser Immunsystem auf Trab bringt. Äpfel sind außerdem reich an Kalium, das die Muskeln aufbaut. Und das enthaltene Kalzium härtet Knochen und Zähne. Nicht zu vergessen der Pflanzenstoff Pektin, der direkt unter der Schale steckt. Er baut Cholesterin ab und entgiftet den Darm.
Wer täglich einen Apfel isst (am besten mit der Schale), tut also eine Menge für die Gesundheit.


Sind rote gesünder als grüne?

Ja! Denn sie enthalten mehr Pflanzenfarbstoffe (Carotinoide), die die Zellen schützen und die Haut jung halten. Außerdem machen geschmacksintensive Sorten fitter als „wässrige“. Der Golden Delicius beispielsweise hat nur 8 mg Vitamin C pro 100 g. Sorten wie Boskop, Ontario oder Berlepsch dagegen über 20 mg!


Wie viele Sorten gibt es in Deutschland?

Von ursprünglich 3000 Sorten sind nur noch rund 800 bekannt und etwa 60 im Handel. Die Erklärung: Um Obstplantagen zu fördern, setzte die EG in den 70er Jahren Rodungsprämien für Hochstammobst aus. Allein in Hessen fielen 3 Millionen Bäume dieser Idee zum Opfer. Der Hintergrund: Hochstämme bringen erst nach 10 bis 20 Jahren den vollen Ertrag, Niederstämmige dagegen bereits im 3. bis 5. Jahr. Außerdem können große Apfelbäume, die man mit Leiter und Pflückstange abernten muss, wegen der Mehrarbeit nicht mit den Hochleistungssorten am Spalier konkurrieren.


Seit wann essen wir eigentlich Äpfel?

Aus archäologischen Funden wissen wir, dass bereits in der Jungsteinszeit (4000 bis 1800 v. Chr.) Äpfel gesammelt und getrocknet wurden. Erst seit 1990 ist jedoch bekannt, dass sie ihren Ursprung in Kasachstan haben.
Um etwa 3000 v. Chr. wurden Äpfel bereits von den Ägyptern und Griechen kultiviert und um 700 v. Chr. von den Römern. Unsere Äpfel dürften früher allerdings nicht gerade erstklassig gewesen sein. So spottete der römische Geschichtsschreiber Cato (200 v.Chr.), die Äpfel der Germanen wären so unglaublich sauer, dass sie sogar ein Schwert stumpf machten.


Welche Nationen sind die größten Apfelanbieter?

Neben den traditionellen Zuchtländern Italien (2,1 Mio. Tonnen) und Frankreich (1,8 Mio. Tonnen) sind Deutschland (841 t) und Holland (435 t) in Westeuropa Spitze. Im Osten führt Polen (2,5 Mio. t) vor Ungarn (590 000 t). Der Gesamtertrag aller europäischen Länder für 2004 liegt bei über 10 Millionen Tonnen! Zu den weltweiten Anbau-Riesen gehören China, USA, Neuseeland, Australien, Kanada und Japan. Ihre Gesamtproduktion: fast 50 Millionen Tonnen. Interessant: In südlicheren Ländern wie Italien sind vor allem süße Sorten beliebt. Im Norden mag man es eher herb und säuerlich.


Wie erkennt man gute Qualität?

Äpfel müssen nach Handelsklassen (I und II) ausgezeichnet werden. Bewertet werden allerdings nur äußere Merkmale wie Größe, Aussehen oder Gewicht. Über die tatsächliche Qualität wie Vitalstoff-, Schadstoffgehalt und Frische sagen die Klassen nichts aus. Schnuppern Sie deshalb beim Kauf an den Früchten. Typischer Apfelgeruch verspricht guten Geschmack. Außerdem sollten Sie Bio-Früchte aus Ihrer Umgebung bevorzugen. Die mussten nicht weit reisen und sind ungespritzt. Fündig werden Sie auf Wochen-, aber auch in immer mehr Supermärkten.


Wie sollte man sie lagern?

Sie mögen es kühl und luftig. In Holzkisten im kühlen Keller mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit halten sie sich Monate lang. Kleine Portionen können Sie im Kühlschrank in zugebundenen Plastiktüten aufbewahren.


Was können wir zum Erhalt der Apfel-Vielfalt tun?

Ganz einfach: Pflanzen Sie einen Apfelbaum. Am besten eine alte Sorte. Damit sorgen Sie dafür, dass neben Jonagold und Granny Smith auch so klangvolle Namen wie „Geheimrat Dr. Oldenburg“, „Ananasrenette“ oder „Dithmarscher Paradiesapfel“ noch lange erhalten bleiben.


Trendsorten

Alte Apfelsorten liegen plötzlich im Trend. Warum steigen immer mehr Verbraucher darauf um?
Viele haben einfach Lust auf neue Geschmackserlebnisse und sind die Massenprodukte leid. Sie wollen keine Industrieerzeugnisse mehr, sondern den Apfel vom Baum, der frisch und ungespritzt ist.

Welche Sorten empfehlen Sie?
Beispielsweise den aromatischen Gravensteiner, den süß-sauren Finkenwerder Herbstprinz, den würzigen Boskop oder die uralte Goldparmäne, deren Bäume sich jetzt auch gut zum Pflanzen im Hobbygarten eignen.

Und wer keinen Garten hat?
Der kann Apfelbäume auch in 10 bis 15 l großen Kübeln auf den Balkon stellen. Mein Tipp dafür ist der Freiherr von Berlepsch. Der enthält übrigens mehr Vitamin C als eine Zitrone.

Quelle: Fernsehwoche 33/05, Seiten 86 und 87 

Weiter zu:

 Am Anfang war der Apfel  Viel mehr als nur ein Apfel
 Apfel – Wunderheiler  Pomologe Korbuinian Aigner