Apfel – Wunderheiler

Äpfel – die sanften Wunderheiler

Wie schön, es gibt keine Nebenwirkungen, nicht mal für die Figur…

Die Erdbeere mag die Schönheitskönigin unter den heimischen Früchten sein. Doch wenn es um die inneren Werte geht, hat der Apfel ganz klar die Nase vorn.

„Eines sollst du dir gut merken:
Wenn du schwach bist, Äpfel stärken!“

… reimte schon der Volksmund, der seit jeher ein Loblied auf unser Lieblingsobst singt – jeder von uns isst 23,5 Kilo im Jahr! Jetzt stimmt auch die Wissenschaft mit ein, denn sie konnte beweisen: Äpfel sind sogar noch viel gesünder, als unsere Vorfahren dachten.
Studien belegen die heilende Wirkung bei Cholesterinproblemen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar vielen Krebsarten. Aber der Reihe nach…

Die unsichtbaren Wunderheiler sind Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Der Ballaststoff Pektin etwa bindet im Darm „böse“ Stoffe wie Schwermetalle, Fette und Cholesterin, die so besser ausgeschieden werden können. Wie gut, zeigte eine Wiener Studie: 33 Patienten mit hohen Blutfettwerten bekamen ein Präparat aus Apfelpektin. Und siehe da: Schon nach sechs Wochen war das schädliche LDL-Cholesterin um bis zu 30 Prozent reduziert. Eine britische Studie kam sogar zu dem Ergebnis: Ein Apfel am Tag ist genauso gut wie eine Cholesterinsenker-Tablette. Nein, besser, denn Äpfel haben ja keine Nebenwirkungen!

Das Herbstobst kann aber noch viel mehr: Verschiedene Pflanzenstoffe sorgen für Herzgesundheit und Krebsschutz. Einer verhindert, dass sich die Gefäße durch Ablagerungen verengen – das beugt Herzerkrankungen vor. Andere neutralisieren „böse“ Zellen und bremsen so z. B. Darmkrebs, Prostata- und Brustkrebs aus. Wieder andere beugen Diabetes vor.

Und das war noch nicht alles: Möglicherweise können zwei bis vier Äpfel am Tag sogar Gedächtnisverlust im Alter vorbeugen! Das legen Ernährungsexperimente von US-Forschern mit Mäusen nahe: Sie fütterten alte Tiere längere Zeit mit Apfelschnitzen. Das Ergebnis: Ihre Gedächtnisleistung war besser als die der Kontrollgruppe ohne Apfel-Doping. Ach, ganz vergessen: Der Apfel wirkt nur dann so gut, wenn man ihn nicht schält. Denn das wusste auch Oma schon: Unter der Schale sitzen die wertvollsten Inhaltsstoffe!

Kurz und gut: Der Apfel kann die größten Zivilisationskrankheiten ausbremsen, Körper und Geist lange gesund und fit halten – mehr Medizinwunder geht nicht! Und das Sahnehäubchen obendrauf: Das ganze gibt’s auch ohne Risiken und Nebenwirkungen – und kalorienarm! Ein mittelgroßer Apfel von 150 g hat gerade mal 81.
Kein Wunder, dass Eva so heiß auf den Apfel war. Gegen seine inneren Werte kommt selbst die allerschönste Erdbeere nicht an. Und nun schnappen Sie sich einen der leckeren Paradiesäpfel und beißen herzhaft rein – guten Appetit und ein langes Leben!
                                                                          Jutta Vey

Die 5 berühmtesten Äpfel

–  Adam und Eva
Sie pflückte einen Apfel vom Baum der Erkenntnis und wurde dafür mit Adam aus dem Paradies verbannt.

– Aphrodite
Weil Paris ihr und nicht Hera oder Athene den goldenen Schönheitsapfel  zusprach, kam es zum berühmten Trojanischen Krieg.

– Isaac Newton
Mit einem Apfel, der ihm auf den Kopf fiel, entdeckte Isaac Newton (1643-1727)   die Schwerkraft.

Wilhelm Tell
Der Schweizer Nationalheld soll seinem Sohn auf Befehl des Landvogts einen Apfel vom Kopf geschossen haben.

– Schneewittchen
Der mit Gift versetzte Apfel der bösen Hexe versetzte die Märchen-Prinzessin in einen todesähnlichen Schlaf.

Quelle: Fernsehwoche 38/15 Seiten 4+5

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