Aktuelles 2019

 Aktuelles vom Verein 2019

Jahreshauptversammlung (25.01.2019)

Zahlreiche Mitglieder und Gäste, konnte der 1. Vorstand Rudi Kellermann vom Obst.- und Gartenbauverein Rohrbach auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung begrüßen. Es war nicht nur die erste Veranstaltung des Vereins in diesem Jahr, sondern zugleich die erste Veranstaltung im Rahmen der Feierlichkeiten zur 1150 Jahrfeier die Rohrbach heuer begeht und die die Gemeinde das ganze Jahr über begleiten werden. Besonders begrüßte der Vorstand den Referenten des Abends, Herrn Dipl. Ing. Thomas Janscheck, auf dessen Vortrag die Gäste schon sehr neugierig waren. Nach einer Schweigeminute für die verstorbenen Mitglieder im Jahr 2018, unternahm Rudi Kellermann noch einen kleinen Rückblick auf die Vereinsaktivitäten, die im Jahr 2018 unternommen wurden, sowie eine kleine Vorschau auf die geplanten Unternehmungen im Jahr 2019. Besonderes Augenmerk lenkte er dabei auf den 3 Tages Ausflug nach Thüringen, der im Juni stattfinden soll, sowie auf den „Gartlerstammtisch“, der seit rund einem halben Jahr jeden ersten Dienstag im Monat beim „Alten Wirt“ in Rohrbach  stattfindet. Dieser Stammtisch, so Kellermann soll ein ungezwungenes Treffen für die Mitglieder und alle Interessenten sein, die Fragen „rund um den Garten“ haben. Einfach eine Zusammenkunft zum Erfahrungsaustausch was Gartenbau betrifft.

Es folgte nun der Kassenbericht von Kassier Karl Paul. Dieser konnte einen soliden Bericht über eine sehr sorgsam geführte Vereinskasse vorweisen, was die beiden Kassenprüfer Robert Fuchs und Konrad Kliegl nur bestätigen konnten. Des weiteren informierte der Kassier die anwesenden über die Kindergartenaktion „beiß rein“ die das ganze Jahr 2018 über eine herausragende Aktion, angefangen von Apfelbäume pflanzen, über Nistkästen bauen und aufhängen, Informationen über die Bienen durch Manfred „Mensch“ Meier, bis hin zum „Erntefest“ im Oktober war. Diese Veranstaltungen sollen auch 2019 weitergeführt werden.

2. Vorstand Hans-Peter Homann hatte nun die Aufgabe eine Ehrung vorzunehmen. Diese Ehrung wurde nachgeholt, da der Jubilar auf der Herbstversammlung 2018 nicht anwesend sein konnte. Er gratulierte dem 1. Vorstand Rudi Kellermann für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit mit einer Urkunde, sowie der Ehrennadel in Gold. Dann machte Homann noch kurz auf das Volksbegehren Artenvielfalt, Rettet die Bienen, aufmerksam, bei dem man sich vom 31.01.- 13.02.19 im Rathaus unter mitbringen des Ausweises eintragen kann. Genaueres, so Homann wird am kommenden Freitag 01.02.19 um 19.00 Uhr, Prof. Hans Joachim Leppelsack beim „Alten Wirt“ in Rohrbach darüber bekannt geben können, so Homann, der nun das Wort an den Referenten des Abends, Thomas Janscheck übergab.

Dieser konnte mit einem tollen Vortrag die Gäste begeistern. „Karfiol u. Paradeiser, Kulturgeschichte und gemeinsames Erbe der Gartenpflanzen“. In seiner lockeren und humorvollen Art einen Vortrag zu halten, hatte Thomas Janscheck die Zuhörer sofort auf seiner Seite, hier ein kleiner Streifzug daraus. Er begann seinen Vortrag mit einer Frage. Weiß jemand was „Dirlbirl“ sind? Die älteren unter den Gästen wussten es durchaus, aber die jüngeren mussten passen. Es ist die Kornelkirsche so Janscheck, sie ist die älteste Kulturpflanze Europas, sie hat sogar die Eiszeit überlebt, so seine Ausführung. „Vespulus Germanika“, die Mispel, im Volksmund auch „Asperl“ genannt, steht der Kornelkirsche um nichts nach, auch sie ist eine alte Kulturpflanze, die sich bestens zur Marmeladengewinnung eignet. Die Pimpernuss wurde für Arbeiten religiöser Ritualgegenstände verwendet, wie z.B. dem Rosenkranz. Auch die „Gogoloribirn“ ist eine sehr alte Birnensorte, die bei uns heute kaum noch bekannt ist. Viele Pflanzen, Kräuter und Getreidesorten haben die alten Römer zu uns gebracht, so Janscheck. Die Hirse war im Mittelalter das Hauptstandard Getreide in ganz Bayern. Der Hopfen hat seinen Ursprung in China, die Kartoffel ist aus Südamerika, letztere wurde in Bayern erst durch den Architekten des Englischen Gartens in München, dem Amerikaner Benjamin Rumford populär. Die sogenannte „Rumford Suppe“ ist eine einfache Kartoffelsuppe. Fremd war ja die Kartoffel im 18. Jahrhundert bei uns nicht mehr, so Janscheck. Aber sie wurde von der Bevölkerung gemieden, Grund war der, alle Frucht die unter der Erde wächst, ist „Teufelszeug“. Der Aberglaube war damals noch fest verankert, und konnte erst durch Anordnung der Obrigkeit etwas entschärft werden, so dass die Kartoffel ihren endgültigen Siegeszug antreten konnte.  Auch die Essgewohnheiten der alten Römer hat Thomas Janscheck kurz beleuchtet. Es ist schon kurios, meinte er. Bis heute gibt es in Bayrischen Gefängnissen keine Speisen oder Gebäck, in denen Mohn enthalten ist. Aber der „Papaver“, ein Mohnbrei, war der Brei den die Römer ihren Kindern zu essen gaben. Unter dem Gelächter der anwesenden merke er an, das die alten Römer auf diese Art und Weise ihre Kinder „ruhig“ gestellt haben. Viele Pflanzen, Bäume und Gewürze die von den Römern her stammen sind bei uns heute Gang und Gäbe, wie der Salbei, Knoblauch, Rosmarin oder der Liebstöckel und gehören zum Alltag, so Janscheck. Der Referent machte aber auch darauf aufmerksam, dass 80% der heimischen Pflanzen eine Insektenbestäubung brauchen, was man bei dem momentanen Insektensterben nicht vergessen soll. Ohne Bestäubung keine Frucht an den Pflanzen. Und ohne Insekten haben es auch die heimischen Vögel schwer zum überleben. Es gab großen Applaus für diesen gelungenen Vortrag. Rudi Kellermann bedankte sich bei Thomas Janscheck und den Gästen, und merkte noch an, dass man dem Referenten immer zuhören kann, und die Gäste haben aufmerksam zugehört.

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